Mein Leben mit Cherie-Blair-Hair

London, 2. Mai 1997. Frühmorgens öfnet Cherie Blair, die Ehefrau des tags zuvor haushoch zum neuen britischen Premierministers gewählten Tony, die Haustür. Die Schule der Blair-Kinder hatte der frischgebackenen First Lady einen Blumenstrauß geschickt, den ein Bote begleitet von einem Polizisten überbringt. Auch vor der Tür: mehrere Fotografen der britischen Boulevardzeitungen, die Cherie nach wenigen Stunden Schlaf im Nachthemd und mit wüstem Haar ablichteten.


Jeden Morgen sehen meine Haare aus, als hätte mein Mann am Vortag die Labour-Partei nach 18 Jahren Opposition zurück an die Macht geführt. Ich leide an „Cherie-Blair-Hair“.

Zerrauft. Zerzaust. Zerrupft. Wirr. Wüst. Struwwelig. Zu Berge steht und kreuz und quer liegt mein Haar nach einer jeden Nacht. Keine Strähne ist da, wo sie hingehört.

Ich schätze, die Wenigsten wachen morgens mit perfekt gestylter Frisur auf. Aber ein Pixie-Cut ist der allmorgentliche Super-GAU unter den Haarschnitten.

Haar-Amnesie

Nach einen Armbruch und meiner einarmigen Unfähigkeit, meine schulterlange Mähne ordentlich zu kämen, föhnen oder stylen, bin ich nach Jahren zum Pixie zurückgekehrt.

Schon im Friseurstuhl beeilten mich die dunklen Erinnerungen an die Kurzhaar-Zeit. „Ja, dieser Haarschnitt sieht toll aus, aber es muss einen Grund gegeben haben, warum ich ihm den Rücken gekehrt habe …“

Die Erhellung kam alsbald: Ständig rennt man zum Frisör, weil der Schnitt rausgewachsen ist. Bei einer Körpergröße von 1,76 m läuft man auch schon mal Gefahr, für einen Mann gehalten zu werden. Und: Ohne das Haar zu stylen, sieht man aus wie ein lebenslang lediger Physiklehrer.

Vom Toffifee zum Choco Crossie

Schaumfestiger, Haarspray, -gel und -wachs sind es auch, die „Cherie-Blair-Hair“ zu verantworten haben. Ohne sie sieht es nach nix aus. Aber wärend des nächtlichen Hin- und Herwälzens ensteht ein Durcheinander, das sich dank der Macht der Stylingprodukte in der Früh nicht mehr zähmen lässt.

Was tagsüber noch ordentlich und rund wie ein perfekt geformtes Toffifee war, ist am nächsten Morgen ein Choco Crossie: ein Haufen ohne jegliche Struktur. Nur Wasser und Shampoo führen zurück in die Normalität.

Aber sich jeden Tag die Haare zu waschen sei nicht gut, trocknet das Haar aus, tönt es aus den Frauenmagazinen. Was könnte also helfen, dem Haupthaar wieder Herr zu werden?

Gegen das Chaos anzukämen, hilft nichts.
Trockenshampoo – vergebene Liebesmüh.
Bügeleisen? Hitze ist nicht gut fürs Haar!
Blumenpresse – zu langwierig.
Schraubzwingen?

Hmm …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s